Vom Raucher zum Nichtraucher

 

Ich fing mit 15 Jahren durch die guten freunde an zu Rauchen. Damals war es cool, mit einer Zigarette in der Hand herumzulaufen. Und in der Gruppe war es immer besser wenn man Rauchte. Jeder der nicht Rauchte war für uns ein Luser. Und wir ließen uns von unseren Eltern nichts sagen. So ging das Jahraus Jahrein und nichts änderte sich.

 

Außer, das etwas mit der Gesundheit nicht so verlief wie es normal sein sollte. Der Schnupfen wurde regelmäßig immer schlimmer. Und dauerte jedes Mal länger. Ich bekam Krankheiten die ich früher nicht bekommen hatte. Lungenentzündung, Heiserkeit, Husten, Zäher Auswurf, Sinusitis und die Luft wurde auch weniger.

 

Und vor allem die vielen, vielen DM und heute Euros die ich in die Luft geblasen habe. Ich habe mir einmal die arbeit gemacht und habe es bis zu meinen aufhören ausgerechnet. Ich kam auf eine sehr, sehr stolze Summe von 1 Million DM.

 

So vergingen lange 35 Jahre. Mit Höhen und noch mehr Tiefen. In der Zwischenzeit verschlechterte sich meine Gesundheit immer weiter. Aus einer normalen Sinusitis (Oberkiefer Vereiterung) wurde mit der zeit eine Chronische. Die Bronchitis wurde auch Chronisch. Und bei jedem Wetterumschwung, bekam ich einen Schnupfen und der wurde regelmäßig immer schlimmer. Ohne ständige Antibiotika Einnahme bekam ich keine einzige Krankheit mehr geregelt. Wegen der Chronischen Sinusitis, bekam ich auch Schwierigkeiten mit meinen Zähnen. Durch den Eiter im Oberkiefer, wurden von meinen Zahnwurzeln viele angegriffen. Und dadurch Verlor ich auch einige. Daher benötigte ich auch eine Zahnbrücke. Um eine OP, wegen der Sinusitis kam ich nicht herum. Ich wurde 2-mal im Krankenhaus Operiert. Der Arzt sagte mir aber dass ich, wenn ich nicht aufhöre zu Rauchen, diese Sinusitis nicht in den griff bekommen werde. Ebenso meine chronische Bronchitis. Es ging also bei mir um Kopf und Kragen.

 

Angst hatte ich schon. Da mein Vater auch Raucher, mit 58 Jahren an Lungenkrebs elend gestorben ist. Er konnte sich gegen ende mit uns nicht mehr Unterhalten, da er einen Schlaganfall bekommen hatte und nicht mehr Reden konnte. Er bekam gegen ende seines Lebens 3-mal am Tag die Morphium Spritze. Er bekam nicht mehr mit wie er gestorben ist. Und das wollte ich auf keinen fall auch bekommen. Ich hänge am Leben.

 

Dann kam wieder einmal ein Wetterumschwung, bei dem ich wieder einmal mit halber Lungenentzündung und 40° Fieber flach lag. Mir war wirklich Sau elend.

Aber die Sucht lies nicht locker. Ich wollte unbedingt eine Zigarette Rauchen. Also versuchte ich es. Lieber Leser, ich kann es keinen sagen wie es mir erging. Mir wurde so Schlecht, mir wurde Schwindlig, bekam einen Brechreiz und ich fing an zu würgen und zugleich brachte mich der husten fast um.  

 

Ich dachte an meinen Vater, wie er immer wenn er hustete nach luft rang. Ich stand auf, öffnete das Fenster und warf die Zigaretten und das Feuerzeug hinaus. Und zog die Frische luft tief in meine Lungen ein.

 

Als es mir wieder besser ging, bemerkte ich das die Lust und die Sucht zum Rauchen nicht mehr da war. Ich hatte auch kein verlangen mehr danach. Ich hatte auch keine Entzugs Erscheinungen. Und wahrlich, ich rauche seit 8 Jahren nicht mehr.

Aber die Auswirkungen merke ich heute immer noch. Herzinfarkt, Lunge und vieles mehr.

 

Ich kann nur jeden davor Warnen mit Rauchen anzufangen.

Die Jugendlichen heute, wissen nicht was sie sich damit antuhen.

 

FANGT NICHT AN ZU RAUSCHEN, HÖRT AM BESTERN WIEDER AUF.

Rauchen und Gesundheit

Vorbeugen ist besser als Heilen

 

Seit über 25 Jahren werde ich in meiner therapeutischen Tätigkeit täglich mit den erschreckenden Folgen, die das Rauchen verursacht, konfrontiert. Wenn sich diese Patienten mit ihren oft schweren Erkrankungen um Hilfe bemühen, ist in einigen Fällen zu diesem Zeitpunkt, trotz aufwendiger Therapie, keine vollständige Gesundung mehr möglich. 
Mit dieser Erfahrung bemühe ich mich, hier präventiv tätig zu werden, damit die Nikotinabhängigkeit später bei Ihnen nicht zu einer Erkrankung führt und Sie als Ex-Raucher an Gesundheit, an Vitalität und an persönlicher Freiheit gewinnen.

 

Rauchen verursacht tödliche Erkrankungen

 

Rauchen ist alleiniger Verursacher oder wesentlicher Risikofaktor ernsthafter Erkrankungen.
In Deutschland sterben jährlich rund 140.000 Menschen an den Folgen des Nikotinkonsums.
Die Zahl der vorzeitig Invaliden durch Rauchen wird auf 70.000 bis 100.000 pro Jahr geschätzt. 
 

Einige, wesentliche Krankheiten, die durch Rauchen entstehen oder begünstigt werden.

 

Krebs
Rauchen erhöht das Risiko an Krebs zu erkranken. Im Tabakrauch sind rund 40 krebserregende oder -mitverursachende Substanzen enthalten. Rauchen verringert die natürlichen Killerzellen, die das Immunsystem gegen Krebszellen einsetzt. 
Alle Organe, die mit Zigarettenrauch oder dessen Inhaltsstoffen in Berührung kommen, sind stärker krebsgefährdet. Besonders betroffen sind Bereiche der oberen Atemwege wie Lunge, Mundhöhle, Zunge, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre und Bronchien.
 

  • Etwa 90 – 95% der an Lungenkrebs erkrankten Erwachsenen sind Raucher. 
  • Die Chance, nach der Diagnose Lungenkrebs 5 Jahre zu überleben, liegt bei10%.
  • Die Zahl der Krebstoten durch Rauchen liegt jährlich bei etwa 60.000 bis 80.000.

 

 

 

Herzinfarkt
Rauchen bewirkt eine akute Verengung der Blutgefäße (Gefäßverkalkung vor allem der Arterien des Herzens, des Gehirns und der Gliedmassen). Lebensgefährliche Gefäßverschlüsse sind häufig die Folge. Weiterhin führt Rauchen zum Ansteigen des Blutdrucks und einer erhöhten Herztätigkeit. 
Weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, dauerhafter Bluthochdruck, Stress etc. erhöhen das Herzinfarktrisiko. 
Bei akuten Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe (Koronararterien) stirbt Herzmuskelgewebe ab und nimmt nicht mehr an der Pumpkontraktion des Herzens teil. Je mehr Gewebe abgestorben ist, desto mehr ist die Leistungsfähigkeit des Herzens eingeschränkt. 
Jeder fünfte Betroffene stirbt sofort, jeder achte der zunächst Überlebenden stirbt während eines Jahres in Folge des Herzinfarktes.
 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen die meisten Toten in Deutschland.
  • Frauen, die mit der Pille verhüten und rauchen, haben ein 10-fach höheres Risiko.
  • Herzinfarkte vor dem 40. Lebensjahr betreffen fast nur Raucher.
  • Ein Erstinfarkt tritt bei Rauchern im Schnitt 10 Jahre früher auf.


Schlaganfall
Rauchen erhöht das Schlaganfallrisiko durch Förderung von Arteriosklerose (siehe oben), gesteigerter Herzfrequenz, Blutdruck und Schädigung der Hirngefässe. 
Als weitere Risikofaktoren werden Alter, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen angesehen.
Ein Schlaganfall ist durch eine plötzliche Schädigung des Gehirns mit daraus resultierenden neurologischen Folgeerscheinungen gekennzeichnet. Die Ausprägungen können vom einfachen "leichten" Schlag bis zum sofortigen Tod reichen.
In den meisten Fällen sind Durchblutungsstörungen der Hirngefäße die Ursache. Entweder entstehen sie schleichend durch im Alter zunehmende Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) oder durch plötzliche Verschlüsse der Blutgefäße.
 

  • Jedes Jahr erleiden rund 150.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. 
  • In Deutschland liegen Schlaganfälle an dritter Stelle der Todesursachen.
  • Frauen, die mit der Pille verhüten und rauchen, haben ein 10fach höheres Risiko


Raucherbein 
Gefäßverengungen und -verschlüsse der Beinarterien führen häufig zum "Raucherbein". Schwere Durchblutungsstörungen lösen beim Gehen infolge erhöhten Sauerstoffbedarfs plötzlich starke Schmerzen auf. Diese zwingen zum häufigen Stehen bleiben, was auch zu dem Namen "Schaufenster - Krankheit" geführt hat.
 

  • Rund 10 Prozent dieser Fälle führen zur Amputation eines oder beider Beine.
  • Von jährlich 10.000 Amputationen in Deutschland waren über 90 % Raucher.



Asthma
In Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Menschen an Asthma. Kindern leiden (Anteil von zehn Prozent) überproportional stark unter Asthma. Besonders asthmagefährdet sind Raucher und deren Familien. 
Bei Asthmatikern reagiert das Lungensystem und Bronchialsystem überempfindlich auf Reize, wie z.B. auch Rauchen. Die Bronchien verengen sich und die Schleimhaut schwillt an. Ein dickflüssiger Schleim wird produziert, wodurch die Flimmerhäarchen Staub und Fremdkörper nicht mehr vollständig abtransportieren können.
Bei einem akuten Asthma-Anfall wird durch eine plötzliche, krampfhafte Verengung der Bronchien und gleichzeitiger Schleimhautanschwellung die Atmung hochgradig eingeschränkt. Das Ausatmen wird häufig von Brummen oder Pfeifen begeleitet. Dies bereitet große Schwierigkeiten, wodurch ein Gefühl der Atemnot entsteht.
 

  • Bei mehr als 70 Prozent der Asthmapatienten ist ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Asthma nachweisbar.
  • Kinder von rauchenden Eltern haben ein stark erhöhtes Asthmarisiko.



Chronische Bronchitis
Über die Zigarette aufgenommener Teer verklebt die Flimmerhäarchen der Bronchien und Luftröhre, welche Fremdkörper wieder aus den Atemwegen entfernen sollen. Damit wird dieser Selbstreinigungsmechanismus des Körpers lahmgelegt. Partikel und Schadstoffe werden nicht wieder hinausbefördert und können sich in den Atemwegen festsetzen. Es kann sich so ein Nährboden für Bakterien und Viren bilden. 
Durch Husten versucht der Körper die Fremdstoffe zu entfernen. Dieser sog. "Raucherhusten" tritt häufig morgens auf. Aus den permanenten Reizungen und Entzündungen kann sich leicht eine chronische Bronchitis entwickeln.
 

  • Wer täglich ein Päckchen Zigaretten raucht, nimmt pro Jahr eine Tasse Teer zu sich.


Emphysem (Lungenblähung)
Diese Krankheit kann auf eine chronische Bronchitis folgen. Im Spätstadium wird dabei jeder Atemzug zur Qual. 
Beim Ausatmen wird nicht der gesamte verbrauchte Sauerstoff aus der Lunge ausgestoßen. Die einzelnen Lungenbläschen werden nicht vollständig entleert, vergrößern sich und können platzen. Das Lungengewebe bläht sich immer weiter auf (Lungenblähung) und die Zahl der noch funktionsfähigen Lungenbläschen nimmt stetig ab. Die Aufnahmefähigkeit der Lungenoberfläche verringert sich so stark, dass die Atmung beschleunigt werden muss, um noch genügend Sauerstoff aufzunehmen. Schwere Fälle müssen künstlich beatmet werden, um nicht zu ersticken. 



Demenz (Morbus Alzheimer)
Nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaftler erhöht Rauchen auch das Risiko an Demenz (Alzheimer-Krankheit) zu erkranken. 
Die Alterungsprozesse des Gehirns schreiten bei Rauchern schneller voran. Davon betroffen sind Gedächtnisleistung und Lernvermögen. Ein früherer Eintritt des so genannten Altersschwachsinns (Demenz) wurde beobachtet.
 

  • Rauchen beschleunigt die Entstehung von Demenz.
  • Raucher verlieren ab 60 Jahren 4mal häufiger noch funktionsfähige Gehirnzellen als Nichtraucher.


Augen/Sehstörungen
Rauchen gilt als der wichtigste Risikofaktor bei der altersabhängigen Degeneration der Netzhaut. Mit zunehmendem Alter verkümmern die lichtempfindlichen Sehzellen. Die Folgen sind Lesestörungen, Schwierigkeiten bei der Licht-Dunkelanpassung etc.. 
Rauchen fördert diese irreversiblen Alterungsprozesse erheblich. Die beste Vorbeugung ist es, das Rauchen aufzuhören.
 

  • Bei 20 Zigaretten täglich steigt das Risiko um das 3-fache.



Allgemein
Rauchen führt zu einem allgemein verschlechterten Gesundheitszustand.
Rauchen - Nein, danke! Die Immunabwehr ist geschwächt - ein erhöhter Vitaminbedarf ist nachgewiesen. Nikotin beeinträchtigt ebenso die Calciumeinlagerung in die Knochen und kann so Osteoporose fördern. Außer bei den oben aufgeführten Krankheiten ist Rauchen auch bei der Entstehung bzw. dem Fortschreiten weiterer nicht aufgeführter Krankheiten beteiligt oder zumindest im Verdacht deren Verlauf zu beschleunigen oder negativ zu beeinflussen.
 

  • 140.000 bis 200.000 von jährlich 850.000 Toten in Deutschland werden dem Rauchen zugeschrieben.
  • Bei nahezu jedem zweiten Verstorbenen wurde der Tod durch eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ausgelöst. Rauchen soll dabei für etwa 25 % der Toten verantwortlich sein. 
  • Ein Viertel der Verstorbenen erlag 1998 einem bösartigen Krebsleiden. Die größte Bedeutung bei Männern hatte Lungenkrebs mit 28.600 Verstorbenen. 
  • Rauchen alleine wird für 30 % aller Krebsfälle verantwortlich gemacht, bei Lungenkrebs sogar für über 80 %.
  • Die Schätzungen für vorzeitigen Tod durch Passivrauchen gehen weit  auseinander und liegen für Deutschland zwischen 500 bis 3.500 pro Jahr.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung eines neugeborenen Jungen liegt in Deutschland bei 74 und die eines Mädchens bei 80,3 Jahren. Raucher verkürzen ihre durchschnittliche Lebenserwartung um 5 bis 9 Jahre - leben also rund 10 Prozent kürzer als Nichtraucher.
  • Jede Zigarette kostet dem Raucher durchschnittlich fünf Minuten seines Lebens.

 

Aktuelles zum Thema Rauchen

Raucher haben häufiger Erektionsstörungen


Für Männer gibt es ab sofort ein weiteres Argument, mit dem Rauchen aufzuhören: Neben anderen gesundheitlichen Schäden haben Raucher ein größeres Risiko eine erektile Dysfunktion zu entwickeln. Das konnten US-Forscher in einer Studie nachweisen, die sie auf der Jahres-Konferenz der American Heart Association vorstellten.

Rauchen erhöht bekanntermaßen die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Da die Arteriosklerose wiederum oft mit einer erektilen Dysfunktion einhergeht, könnte das Rauchen auch die Erektionsfähigkeit beeinflussen, so die Vermutung der Wissenschaftler.

In ihrer Studie befragten sie 4.800 Männer im durchschnittlichen Alter von 47 Jahren zum Zigarettenkonsum und zu ihrem Sexualleben. 62% der Befragten waren Raucher. Das hieß laut Definition der Forscher, dass sie in ihrem Leben schon mehr als 100 Zigaretten konsumiert hatten und zum Zeitpunkt der Studie noch rauchten. 9,5% waren ehemalige Raucher. Sie hatten ebenfalls über 100 Zigaretten konsumiert, rauchten aber zum Zeitpunkt der Studie nicht mehr.

Insgesamt gaben 14,6% der Befragten an, unter Erektionsstörungen zu leiden. Dabei zeigte sich, dass Männer, die täglich mehr als 20 Zigaretten rauchten ein um 60% erhöhtes Risiko für eine erektile Dysfunktion (Potenzschwäche) haben als Nichtraucher. Der Zusammenhang war abhängig von der Dosis: Die Gefahr einer Erektionsstörung war bei Männer mit geringerem Zigarettenkonsum niedriger.

Eine Verbindung zwischen Rauchen und erektiler Dysfunktion konnte zwar schon früher gezeigt werden, erklärten die Forscher, doch diese Studie sei einzigartig, weil sie eine Korrektur für wichtige Einflussgrößen wie Blutdruck, Cholesterin und Diabetes ermögliche. Vor der Korrektur lag die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion unter Noch- und Ex-Rauchern bei jeweils 15,1%; bei Nichtrauchern betrug sie 11,5%. Nach der Korrektur für die genannten Einflussgrößen wurde jedoch deutlich: Raucher haben ein um 31% erhöhtes Risiko für eine erektile Dysfunktion als Nichtraucher.
(BSMO)


Frauen von Tabak-Konsumenten werden auch durch künstliche Befruchtung seltener schwanger als Partnerinnen von Nichtrauchern. Dies haben Wissenschaftler der Universitätsklinik in Münster festgestellt. Sie untersuchten 301 Paare, von denen 139 Männer Raucher waren. Nur etwa ein Fünftel der Partnerinnen von Rauchern sei durch eine künstliche Befruchtung - mit Insemination oder Reagenzglas-Methode - (IVF) schwanger geworden. Bei den Frauen von Nichtrauchern betrug die Quote rund ein Drittel.



Umfrage: Weniger Stress bei Ex-Raucher


Rauchen schadet nicht nur der körperlichen Gesundheit: Tabakabhängigkeit wirkt sich auch psychisch aus. Dies ist das Ergebnis einer US-Umfrage unter gut 3.000 Rauchern und Nichtrauchern an der Arizona State University (Arizona) und der Indiana University (Indianapolis). Ex-Raucher meinten, weniger unter Stress zu leiden, seit sie nicht mehr zur Zigarette griffen.

Viele Raucher glauben, sie bräuchten den Tabak, um ihre Unruhe zu bezwingen. Doch dies konnten die ehemaligen Raucher nicht bestätigen. Ihre Stimmung hätte sich durch die Entwöhnung nicht verschlechtert: Sie fühlten sich weder depressiv noch nervös. Die Ex-Konsumenten schätzten die schädliche Wirkung des Rauchens zudem höher ein als Raucher, die nach einer Phase der Abstinenz wieder rückfällig geworden waren, heißt es in der Fachzeitschrift Health Psychology. (BSMO)


WHO: Zahl der Tabak-Toten verdoppelt sich


Weltweit sterben an den Folgen des Tabakkonsums stündlich 560 Menschen, 13.400 pro Tag und 4,9 Millionen pro Jahr. Das geht aus dem neuen Tabak-Atlas hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta herausgebracht hat. Der Tabak-Atlas stellt alle weltweit verfügbaren Daten zum Tabak-Konsum und den damit assoziierten Krankheiten und Todesfällen dar.

Ohne drastische Gegenmaßnahmen werde sich die Zahl der Tabak-Toten bis zum Jahr 2020 auf 8,4 Millionen pro Jahr fast verdoppeln, sagt die WHO-Generaldirektorin  Brundtland. Von den jungen Rauchern werde jeder zweite an Krankheiten sterben, die auf das Rauchen zurückzuführen seien. Bei 70% der prognostizierten Toten handele es sich um Frauen und Männer in Entwicklungsländern.



Raucher schädigen massiv ihre Gesundheit und verkürzen dadurch ihre Lebensdauer. Mit zunehmender Zahl der täglich konsumierten Zigaretten steigen Krebs- und Krankheitsrisiken deutlich an. 

Der Körper beginnt aber zu verzeihen, je früher das Rauchen beendet wird.

 

Gefährliche Rückstände

Mediziner warnen vor miefender Raucher-Kleidung

Von Christoph Seidler

Haare, Kleider, Hände - Raucher stinken noch nach Tabak, wenn die Zigarette längst aus ist. Tatsächlich sind die riechenden Reste ein riesiges Problem, warnen nun US-Forscher: Der sogenannte Third Hand Smoke ist ihnen zufolge eine Gefahr, die bisher völlig unterschätzt wird.

Man kennt das: Wer mit einem passionierten Raucher im Fahrstuhl die Kabine nach oben teilt, kann riechen, dass der Kollege oder die Kollegin zur Zigarette gegriffen hat - obwohl diese längst erloschen ist. Denn Gestank und giftige Stoffe haben sich in den Kleidern und Haaren festgesetzt.

Experten sprechen vom Third Hand Smoke: Rauch aus dritter Hand, den feine Nasen auch in früheren Raucherabteilen der Bahn noch erschnüffeln können. Medizinier wollen die Probleme, die er verursacht, nun stärker ins Bewusstsein rücken.

 

 

Zigarettenqualm: "Wenn sie rauchen - egal wo - dann gelangen toxische Partikel aus dem Tabakrauch in ihre Haare und Kleidung"

Fast 5000 Substanzen entstehen, wenn Raucher sich eine Zigarette genehmigen - und viele der chemischen Reaktionsprodukte sind ausgesprochen schädlich, darunter Blausäure, Toluol, Butan, Kohlenmonoxid, Chrom, Kadmium und sogar das radioaktive Polonium-210. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums gelten mehr als 90 Stoffe im Tabakrauch als krebserzeugend.

 

Forscher haben bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass es keine untere, unbedenkliche Wirkungsschwelle für Tabakrauch gibt. Auch kleine Mengen können schädlich sein. Und das ist das Problem mit dem Third Hand Smoke.

"Wenn Sie rauchen, egal wo, dann gelangen toxische Partikel aus dem Tabakrauch in Ihre Haare und Kleidung", warnt US-Mediziner Jonathan Winickoff vom Massachusetts General Hospital for Children in Boston. Mit Kollegen hat er in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Pediatrics" einen Artikel über die Gefahren geschrieben. Er sieht vor allem Kinder von Rauchern als Leidtragende: "Wenn Sie in Kontakt mit Ihrem Baby kommen, dann kommt dieses wiederum mit den Giften in Kontakt - ob Sie gerade rauchen oder nicht."

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hatte sich in seinem Bericht "Passivrauchende Kinder in Deutschland" schon vor einigen Jahren ähnlich geäußert. Wissenschaftler haben vielfach über die negativen Folgen von Zigarettenqualm für Kinder berichtet. Unter anderem verkürzen die Substanzen aus dem Rauch den Schlaf von Neugeborenen, sie führen zu kognitiven Defiziten und schlechteren Leseleistungen.

Die Forscher um Winickoff verweisen nun darauf, dass Kinder von Rauchern den schädlichen Stoffen weit stärker ausgesetzt sein könnten als vielfach gedacht. Die gefährlichen Rückstände aus dem blauen Dunst hielten sich zum Beispiel in Wohnräumen lange - selbst wenn diese nach dem Rauchen gelüftet würden. Kindern drohe Gefahr, weil sie die Substanzen auch über kontaminierte Oberflächen und Teppiche aufnehmen könnten.

Martina Pötschke-Langer, Chefin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, sieht das im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ganz ähnlich: "Wohnräume von Rauchern sind eine andauernde Expositionsquelle für gefährliche Substanzen, selbst wenn dort aktuell nicht geraucht wird."

Die Forscher um Winickoff haben telefonisch mehr als 1500 Haushalte in den USA befragt, ob dieses wissenschaftlich belegte Risiko auch in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Rund ein Fünftel der Befragten waren Raucher. Die Ergebnisse: durchwachsen. Zwar stimmte die überwiegende Mehrheit der Befragten der Aussage zu, dass Passivrauchen gefährlich für Kinder ist - rund 95 Prozent der befragten Nichtraucher und immerhin 84 Prozent der Raucher bejahten die entsprechende Frage. Doch beim Third Hand Smoke war die Einsicht deutlich weniger verbreitet. Hier sahen lediglich 65 Prozent der befragten Nichtraucher und 43 Prozent der befragten Raucher eine mögliche Gefährdung.

Die Forscher hatten danach gefragt, ob die Luft in einem Raum, in dem geraucht wurde, Kinder auch am Folgetag gefährden könnte. Den Begriff des Third Hand Smoke wollten sie bewusst nicht verwenden, weil er wohl längst nicht allen Befragten geläufig gewesen wäre. Doch genau das müsse sich ändern, fordern die Wissenschaftler. Die Gefahren durch die schädlichen Rückstände müssten stärker als bisher thematisiert werden und sollten in die Diskussion um Rauchverbote einfließen.

Die Amerikaner haben bei dieser Forderung vor allem Privaträume im Blick. Martina Pötschke-Langer hingegen denkt vor allem an die Nichtraucherschutzgesetze, die dieser Tage überall in Deutschland novelliert werden: "Das betrifft auch die Frage nach rauchfreien Arbeitsplätzen."